Laut Bitkom waren im September 2026 in Deutschland rund 79.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt. Viele kleine und mittlere Unternehmen arbeiten deshalb mit freiberuflichen Entwicklern – für einen neuen Shop, eine App, eine Schnittstelle oder die laufende Weiterentwicklung. Dieser Leitfaden zeigt, welche Wege es gibt, was das kostet und was Sie vertraglich klären sollten.
Hinweis: Dieser Artikel gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Vier Wege zum Entwickler
| Weg | Ihr Vertragspartner | Wer wählt aus? | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Agentur | die Agentur | die Agentur | größere Projekte mit Design, Entwicklung und Projektleitung aus einer Hand |
| Freelancer direkt | die Person selbst | Sie | klar umrissene Aufgaben, wenn Sie Kandidaten selbst prüfen können |
| Marktplatz oder Projektbörse | meist die Person selbst; die Plattform vermittelt | Sie, mit Bewertungen und Profilen | kleine Aufgaben, große Auswahl, wenn Zeit für die Prüfung da ist |
| Managed Network | der Anbieter | der Anbieter schlägt vor, Sie entscheiden | laufende Entwicklung mit einem Vertragspartner und fester Kostenkontrolle |
Was kostet ein freiberuflicher Entwickler?
Laut Freelancer-Kompass von freelancermap liegt der durchschnittliche Stundensatz freiberuflicher Fachkräfte in Deutschland bei rund 103 €, in Österreich bei 101 € und in der Schweiz bei 133 €. Remote-Entwickler aus Osteuropa, Lateinamerika oder Asien kosten je nach Erfahrung meist deutlich weniger. Auf HireHelper liegen die Stundensätze der öffentlichen Profile derzeit zwischen 15 und 45 USD (Stand: November 2026).
Für ganze Projekte gelten grob diese Spannen: eine Unternehmenswebsite mit fünf bis zehn Seiten 2.000–8.000 USD mit Freelancern, ein Onlineshop auf Shopify oder WooCommerce 3.000–15.000 USD, ein Web-MVP 8.000–30.000 USD. Agenturen liegen meist beim Mehrfachen.
Welcher Vertrag passt?
- Dienstvertrag: Bezahlt wird die Arbeitszeit, nicht ein bestimmter Erfolg. Üblich für laufende Weiterentwicklung und Support – mit klaren Zielen und regelmäßiger Prüfung.
- Werkvertrag: Geschuldet ist ein bestimmtes Ergebnis mit Abnahme. Passt zu klar beschriebenen Festpreisprojekten – mit schriftlichen Abnahmekriterien.
- Nutzungsrechte: Vereinbaren Sie schriftlich, dass Sie nach Bezahlung die ausschließlichen Nutzungsrechte am Code und an Designs erhalten, und lassen Sie den Code in Ihrem eigenen Repository entwickeln.
- Vertraulichkeit: Eine Geheimhaltungsvereinbarung schützt Geschäftsgeheimnisse, Quellcode und Kundendaten.
- Datenschutz: Verarbeitet die Fachkraft personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, brauchen Sie eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO; bei Fachkräften außerhalb der EU zusätzlich geeignete Garantien wie die EU-Standardvertragsklauseln.
Scheinselbstständigkeit: worauf achten?
Arbeitet ein Freelancer wie ein Angestellter – nach Weisung, mit festen Arbeitszeiten, eingegliedert in Ihr Team und dauerhaft nur für Sie –, kann die Deutsche Rentenversicherung ein Beschäftigungsverhältnis annehmen. Die Folge können Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen sein. Vereinbaren Sie deshalb Ergebnisse statt Anwesenheit, lassen Sie die Fachkraft Arbeitszeit und Arbeitsmittel selbst bestimmen und klären Sie Zweifelsfälle über das Statusfeststellungsverfahren der Deutschen Rentenversicherung oder mit einem Anwalt. Auch wenn Sie über einen Dienstleister beauftragen, sollte die Fachkraft nicht wie ein eigener Mitarbeiter eingebunden werden.
Rechnung und Umsatzsteuer
Freelancer aus Deutschland stellen in der Regel 19 % Umsatzsteuer in Rechnung, Kleinunternehmer nicht. Erbringt ein Unternehmen aus dem Ausland die Leistung an Ihr Unternehmen, schulden in der Regel Sie die Umsatzsteuer (Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG): Die Rechnung enthält dann keine Umsatzsteuer, und Ihre Buchhaltung meldet sie an. Mit Vorsteuerabzug ist das in der Regel kostenneutral. Klären Sie Einzelfälle mit Ihrer Steuerberatung.
Der Ablauf in sechs Schritten
- Ziel beschreiben: Was soll am Ende funktionieren, für wen, bis wann, mit welchem Budget?
- Kandidaten vergleichen: Zwei bis drei passende Profile genügen; prüfen Sie echte Projekte, nicht nur Zertifikate.
- Klein starten: eine bezahlte Probeaufgabe oder eine erste Woche mit Stundenlimit.
- Kosten begrenzen: Wochenlimit oder Meilensteine, die Sie vor der Bezahlung prüfen.
- Regelmäßig prüfen: wöchentlicher Blick auf Ergebnisse, Zeiterfassung und offene Fragen.
- Sauber übergeben: Code, Zugänge, Domains und Dokumentation liegen bei Ihnen.
So löst HireHelper das
HireHelper ist ein Managed Network für geprüfte Remote-Entwickler und Designer (Hinweis: unser eigenes Angebot). Ihr Vertragspartner ist ausschließlich die HireHelper LLC; die Bedingungen finden Sie in unseren AGB. Jede Fachkraft wird vor der Aufnahme im persönlichen Interview geprüft. Sie sehen bis zu drei verfügbare Profile mit Stundensatz, legen ein Wochenlimit fest und zahlen wöchentlich nur freigegebene Stunden an HireHelper – die Vergütung der Fachkraft übernehmen wir. Nach vollständiger Bezahlung einer Woche erhalten Sie die Nutzungsrechte an den Arbeitsergebnissen dieser Woche. Auf Anfrage ist eine kostenlose Probewoche ohne Zahlungsmethode möglich.
Passende Fachkräfte finden Sie auf der Seite Alle Fachgebiete.